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Obdachlose
„Berber“, „Penner“, „Tippelbruder“ – für obdachlose Menschen gibt es viele Bezeichnungen, die noch verdeutlichen, dass sie am Rand der Gesellschaft stehen. Wir machen es uns oft leicht, diesen Menschen Faulheit und Schuld an ihrem selbst zu verantwortenden Schicksal zu unterstellen. Die Wirklichkeit sieht meist anders aus. Arbeitslosigkeit, familiäre Probleme oder finanzielle Schwierigkeiten können jeden treffen. In einer Wärmestube der Stadtmission in Kiel hat Volker Hahn die Lebensgeschichte vieler Obdachloser kennen gelernt, die sich in seinen Portraits widerspiegelt – manchmal tragisch, leer und hoffnungslos, doch auch kämpferisch und stolz.

Alte Menschen
Auch wenn sich die Senioren heutzutage eher aktiv und agil darstellen – die oft pflegebedürftigen Menschen in Altenheimen leben in ihrer eigenen Welt, und meistens ist es die Welt, die sie als junger Mensch erleben durften und mussten. Erinnerungen bestimmen ihre Gedanken, das Gestern ist immer gegenwärtig. Und diese Erinnerungen geben sie gerne weiter. Volker Hahn fängt in seinen Zeichnungen auch diese Stimmung mit ein. Eine verschmitzt lächelnde alte Dame erzählt ebenso wie ein gebrechlicher Herr im Rollstuhl durch das Portrait die Geschichte eines Lebens voller Höhen und Tiefen.

Kranke
Das Zeichnen am Krankenbett erfordert neben Fingerspitzengefühl ein ganz besonderes Einfühlungsvermögen und großes Vertrauen auf beiden Seiten. Krankheits-Symptome und Schmerz prägen die Gesichter. Das Wissen um eine vielleicht unheilbare Krankheit erklärt die Angst, durch einen Zeichenstift bloßgestellt werden zu können. Volker Hahn vermag es, durch sensible und doch kraftvolle Präsenz die Menschen so darzustellen, wie sie sich in ihrer Situation fühlen.

Behinderte
Behinderte Menschen zu zeichnen ist eine große Herausforderung – am Anfang steht der Aufbau einer Beziehung. Volker Hahn ist es gelungen, die dafür notwendige Vertrauensbasis herzustellen und ihnen somit alle Scheu vor dem Unbekannten zu nehmen. Die ihm eigene Menschenliebe und Herzlichkeit kommt in diesen Portraits besonders zum Ausdruck, so dass auch der Betrachter etwas von der Lebensfreude und Ausgeglichenheit dieser Menschen erfährt.

Blinde
Für Blinde und sehbehinderte Menschen stellt es einen besonderen Vertrauensbeweis dar, sich dem intensiven Blick eines Betrachters zu stellen. Hat dieser dann noch einen Zeichenstift in der Hand, ist ein Gefühl der Unsicherheit verständlich. Was sieht er? Und wie stellt er mich dar? Bei intensiven Gesprächen und daraus resultierendem Kennenlernen entstand eine entspannte Atmosphäre, die zum Gelingen beigetragen hat